Römerrebberg Villigen

Unter den Winzern kursierten verschiedene Geheimrezepte, die die Qualität des Weines verändern konnten...

Dabei wurde in Geschmack, Farbe oder Geruch eingegriffen und dem frischgepressten Traubensaft verschiedenste Ingredienzen beigemischt.

Um möglichst schnell marktreife Sorten zu produzieren oder mindere Sorten aufzuwerten, wurde der Wein geräuchert. Manch einer scheint das Räuchern übertrieben zu haben und so sind uns Klagen über bittere Weine überliefert. Der Winzer Munna aus der Nähe von Marseille war dafür berüchtigt.

Um dem Wein die Säure zu nehmen, griffen viele Winzer zu Kalk, Marmorstaub, gemahlenen Muscheln oder Gips. Offenbar wurden besonders die griechischen Weine häufig gegipst und standen deshalb im Ruf, einen „dicken Kopf“ zu verursachen.

Übrigens gingen die Meinungen unter den antiken Weinkennern, was die Eingriffe in den Wein anbelangten, weit auseinander. Mit Meerwasser versetzter Most von der Insel Kos zum Beispiel fand bei den Römern gefallen und es kursierten Rezepte, wie man diesen „koischen“ Wein imitieren konnte.
In Villigen sehen sie Holunder- und Brombeerstauden. Mit dem Saft ihrer Beeren färbte man den Wein. Mit Nadeln, Harz und Rinde der Fichte baute man das Bouquet des Weines aus. 

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