Schloss Kasteln

Das Schloss Kasteln ist wunderschön gelegen inmitten von Trockensteinmauern, Weinbergen und Wäldern. Es dient als Schulheim.

Die etwa um 1200 entstandene Burg Kasteln wird 1238 erstmals als Besitz der Grafen von Kyburg erwähnt, deren Vasallen, die Schenken von Kasteln, die Burg im mittleren Schenkenbergertal bewohnten. Mit dem Aussterben der Kyburger ging die Landeshoheit an die Grafen von Habsburg über, welche die Burg zunächst den Schenken und später den Herren von Mülinen zu Lehen gaben. Letztere stammten aus Brugg und errichteten nach dem Erwerb von Kasteln und Ruchenstein eine lokale Herrschaft.

Durch Heirat gelangte die Burg Kasteln 1627 in den Besitz von Johann Ludwig von Erlach, der 1631 die benachbarte Burg Ruchenstein und die dazugehörige Herrschaft Kasteln erwarb. 1642-50 liess er Kasteln nach seinen Ideen zu einem repräsentativen Schloss umbauen. Geboren 1595 in Bern, machte von Erlach im Berner Staat und als Feldherr im Kriegsdienst Karriere.

1732 erwarb der Staat Bern die gesamte Herrschaft und errichtete das Oberamt Kasteln bestehend aus den Dörfern Auenstein, Oberflachs, Schinznach und Villnachern. 1804 fiel die ehemalige Berner Staatsdomäne an den jungen Kanton Aargau, der die Anlage 1836 an Private veräusserte.

Im 19. Jahrhundert wurde die „Rettungsanstalt für verwaiste und verwahrloste Zöglinge“ eröffnet. Die Anstalt erhielt 1923 den Status einer Stiftung und wurde 1955 in ein Schulheim für normal begabte, verhaltensauffällige Schüler umgewandelt. 1969 entstanden neben dem Schloss ein zweites Schulhaus, ein Schwimmbad und ein Personalhaus. Das gesamte Schloss wurde 2009 innen und aussen umfassend renoviert und den heutigen Bedürfnissen der Sozialpädagogik angepasst.

Gebäude

Kasteln ist der einzige einheitlich barocke Schlossbau des Aargaus. Dessen Gestalt geht im Wesentlichen auf die Umbauten unter Johann Ludwig von Erlach zurück. An die viergeschossige mittelalterliche Kernburg wurde 1642/50 je ein zweigeschossiger Flügel im Westen und Osten angebaut. Dabei wurde teilweise auch Material der abgerissenen Burg Ruchenstein verwendet. Im Wesentlichen besteht das Schloss jedoch aus Mägenwiler Muschelkalk. Zur selben Zeit entstand nach Südosten hin das "Bärenschloss"; 1840 liess der damalige Besitzer diesen Teil wieder abreissen. Die ungewöhnlich reiche Innenausstattung des Schlosses ging 1907 bei einem Brand verloren.